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Nelly Nelly ist weiblich
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Herz "Unerzogen" Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

So, Ihr Lieben, nachdem das Thema in einem anderen Thread auftauchte und ich mich auch gern mit anderen darüber austauschen möchte, eröffne ich nun einen ganz eigenen Thread zum Thema "Unerzogen".

Vielleicht kennen einige von euch schon diesen Weg abseits der konventionellen, teils autoritären Erziehung.

Ich selber bin durch die Beschäftigung mit der gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg darauf gekommen, mag aber diesen Begriff "Unerzogen" eigentlich nicht.
Aber mein Weg mit meinen beiden Jungs - 8,5 und bald 5,5 Jahre - ist schon ganz schön Richtung Jesper Juul und unerzogen.
Wir leben sehr bedürfnisorientiert zusammen, üben uns in Empathie und einem Zusammenleben auf Augenhöhe.
Ich gehe davon aus, dass die Kinder in jedem Augenblick das beste tun, was sie gerade tun können und dass sie sehr vieles eigenverantwortlich entscheiden können.

Wer beschäftigt sich auch gerade mit diesem Thema?

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Liebe Grüße von Nelly
mit einem Engelchen im Himmel sowie im Herzen (FG 30.03.05). Seit dem 4. Juli 2007 haben wir Karl Santiago an der Hand und seit dem 20. September 2010 liegt Albert Cornelius in unseren Armen fröhlich

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Ich beschäftige mich schon länger damit und Jesper Juul's Ansätze leuchten mir sehr ein. An der Umsetzung in unserem Alltag hapert es aber oft und ich merke, dass es mir schwer fällt, nicht alles unter Kontrolle zu haben und gerade die Große los zu lassen. Ich mache mir statt dessen ständig sorgen. Bin ich eher entspannt, klappt es besser, bin ich sehr gestresst, klappt es kaum, was man dann aber auch extrem an Maya's Verhalten merkt. Sie ist wie ein Spiegel für mich. Manchmal erschreckend!

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Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen - Wurzeln und Flügel!

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22.4.2013 ---> Nils ist da und trifft uns mitten ins Herz!

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27.02.2016 00:04 Bienchen75 ist offline Email an Bienchen75 senden Homepage von Bienchen75 Beiträge von Bienchen75 suchen Nehmen Sie Bienchen75 in Ihre Freundesliste auf
Nelly Nelly ist weiblich
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Genauso ist es hier auch!
Und ich merke, wie wichtig es ist, dass meine eigenen Bedürfnisse erfüllt werden. Diese Woche habe ich sehr darauf geachtet und es war super. Die Kinder entspannt, ich starke Nerven... das gehört absolut dazu.
Ich bin ja hier mit den Jungs allein nur am rudern, räumen, ackern...

Kannst du mit Maya gut in den Dialog treten, was sie sich wünscht, wie manche Situationen gestaltet werden?
Mir hilft es sehr, bedürfnisorientiert zu sein und muss lernen, dass meine gleichwertig denen von anderen sind. Bin eher der "Mutter Theresa Typ" und gehe dabei oft verloren.

Kennst du die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg? Das war für mich ein enormer Durchbruch und ich merke, wie sehr diese ganze Grundhaltung mein Leben verändert hat.

Diese Woche habe ich versucht, die Jungs selbstbestimmt ins Bett gehen zu lassen, auch wenn sie am Folgetag enoerm zeitig rausmussten. Sie waren da auch sehr müde und schaffen es nicht, dann am Abend eher ins Bett zu gehen. Aber insgesamt waren sie deutlich entspannter, als wenn ich dastehe, drängle oder laut werde. Ich weiß mittlerweile gar nicht, wie man seine Kinder um eine von den Eltern bestimmte Zeit ins Bett bekommt - es sei denn, man wird quasi autoritär.
Sie sind diese Woche nun zwischen 21 und 22 Uhr ins Bett gegangen. Wir hatten eine intensive Woche zusammen, es war superschön und ich lasse sie nur ungern übers Wochenende zu Papa gehen. Aber ich merke auch, dass ich aufpassen muss, trotzdem meine Ruhe am Abend zu bekommen. Da sich hier alles im einzigen großen Raum, dem Wohnzimmer, abspielt, hocken wir dann doch irgendwie alle zusammen. Und ich möchte dringend jeden Abend allein sein und Ruhe haben.

Was hier weitesgehend selbstbestimmt abläuft, sind Fernsehkonsum und Süßkram. Nachdem annfangs immer jemand am Schrank hing und ich sauer war, hat es sich eingespielt. Wenn sie was gern haben wollen, holen sie es sich und gut. Aber es ist im Laufe der Monate deutlich weniger geworden.
Und auch beim Fernsehen wird es besser. Wenn ich anbiete, dass wir gemeinsam ein Spiel machen, hat keiner Lust auf Glotze. Das beruhigt mich immer wieder großes Grinsen

Binchen, was sind so eure Themen?

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27.02.2016 12:02 Nelly ist offline Email an Nelly senden Beiträge von Nelly suchen Nehmen Sie Nelly in Ihre Freundesliste auf
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Also ich muss ja sagen bei manchen Sachen hab ich kein Problem damit die Kinder selbst bestimmen zu lassen, aaaaber ich finde einiges können die Kinder gar nicht abschätzen was für "Spätfolgen" das hat, es sind nun mal keine "kleinen Erwachsenen" sondern Kinder die noch im Lernprozess stecken. Wenn die Kids abends unter der Woche aufbleiben können so lange sie wollen sind sie natürlich glücklich. In dem Moment. Aber was ist wenn sie deswegen am nächsten Morgen eine Mathearbeit verhauen weil sie sich vor Müdigkeit nicht konzentrieren können? Im Kiga-Alter sicher noch nicht so tragisch aber wenn es um die Schule geht finde ich es schon wichtig dass sie ausgeschlafen sind.
Süßigkeiten: Wenn ich meine so viel essen lassen würde wie sie wollen würden sie wahrscheinlich nicht aufhören bis der Schrank leer ist. Hier hat jeder ein Glas das am Anfang der Woche mit ein paar Kleinigkeiten gefüllt wird, wenns leer ist wars das für die Woche. Ich denke da an ihre Zähne, bei Lucas an sein Übergewicht was er eh schon hat und versuche die Kids auch hier vor Spätfolgen zu schützen die sie selbst nicht einschätzen können.
Fernsehen: Würden meine dann auch den ganzen Tag, bzw Wii U spielen und sie würden sich auch nicht von einem Brettspiel davon abbringen lassen, nicht mal wenn ich vorschlage raus zu gehen. Aber auch hier denke ich muss ich als Mutter an die Gesundheit der Kinder denken. Klar sind die Kids entspannter und in dem Moment auch glücklich, aber ich weiß nicht ob mir die Spätfolgen das wert sind. Augenzwinkern Am Wochenende ist das natürlich kein Problem, Johannes geht dann freiwillig so etwa 22 Uhr und Lucas hab ich dann aber auch schon mal bis 2/3 Uhr nachts hier sitzen Augenzwinkern
Ich denke auch die Kinder müssen lernen dass es eben Sachen gibt die man "muss" Krasses Beispiel: Johannes ist ja sehr impulsiv und läuft auch auf die Straße ohne zu gucken. Da kann ich auch nicht sagen: Er muss durch selbstbestimmtes Handeln eben seine Erfahrung machen. geschockt
Wenns um die Gesundheit und die Entwicklung der Kinder geht bin ich der Meinung muss man als Mutter/Eltern die Verantwortung übernehmen.
Im späteren Leben gibt's auch immer Situationen wo sie "müssen" aber wenn sie das nie "gelernt" haben wird's da evtl auch schwierig.
Ich sehe die Entwicklung im Kiga, bin ja mittlerweile, mit Ausbildung, schon fast 30 Jahre im Beruf. Es wird immer anstrengender und chaotischer. Wenn 25 Kinder machen was sie wollen, keiner mehr aufräumt usw weil sie ja nichts müssen, ist es echt teilweise nicht mehr schön. Zunge raus
Nennt mich jetzt altmodisch oder was auch immer, aber ich steh dazu Zunge raus

__________________


herzNach 8 langen Jahren Kiwu-Zeit, 4 IUI´s und 3 ICSI´s
kamen unsere beiden Wunder von ganz alleine zu uns herz


Meine HP





Von 01.07.2013 bis 23.01.2014 25kg abgenommen.
Ich habe mein Gewicht verloren, aber es hat micht wieder gefunden geschockt




28.02.2016 10:40 Vera ist offline Homepage von Vera Beiträge von Vera suchen Nehmen Sie Vera in Ihre Freundesliste auf Füge Vera in deine Contact-Liste ein
Pixie Pixie ist weiblich
Tripel-As


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fröhlich

Vera, es geht bei diesem Lebenskonzept ganz und gar nicht darum, dass Kinder immer nur machen was sie wollen. Da hast du dich entweder nicht damit beschäftigt oder es falsch verstanden. Ich sehe als Eltern meine Aufgabe darin einen Rahmen zu schaffen, in dem sie sich selbst bestimmt entfalten können. Meine Kinder sind gleichwertig in ihren Bedürfnissen und Wünschen, aber nicht in allen Punkten gleichberechtigt. Ich diskutiere nicht darüber, dass sich im Auto angeschnallt wird, zu Ärzten wird auch gegangen, Zähne werden geputzt und sorry, aber auch kein "Unerzogen"-Vertreter wurde sein Kind einfach auf die Straße laufen lassen. Das behauptet wirklich keiner! verwirrt
Süßigkeiten reguliere ich indirekt. Ich kaufe einfach nur wenig und nachdem anfangs alles blitzschnell aufgegessen war, wird es jetzt nur noch wenig angerührt. Ich verstehe, dass es bei einem Kind mit Übergewicht schwierig ist. Auf der anderen Seite ist es aber auch der Beweis, dass Süßigkeiten-Regulierung nicht zwangsläufig vor Übergewicht schützt. Und gerade in dem Fall würde ich auch Selbstregulation beim Essen setzen. Das ist aus meiner Sicht für Menschen mit einer Tendenz zu Übergewicht (passiert manchen einfach schnell auch wenn sie gar nicht so viel essen, mir auch) extrem wichtig.
Auch fernsehen oder bis 3 Uhr nachts aufbleiben ist irgendwann nicht mehr spannend. Weihnachten hatten wir es genau so mit Amilia. Sie hat von ihrem Cousin einen DS und zwei Spiele geliehen bekommen und danach 2 Wochen jede freie Minute gespielt. In den Ferien waren das teilweise 10 Stunden am Tag. Dann war das eine Spiel durch, im Anderen ist auch die Luft raus und seit Mitte Januar verstaubt das Teil im Regal. Und diese Erfahrungen liest man auch überall. Nach einer intensiven Nutzung, flacht es wieder ab und reguliert sich. Der Reiz des Verbotenen bzw. das Gefühl um jede Minute Spielzeit kämpfen zu müssen, ist ja weg.
Meine Kinder räumen auch jeden Abend freiwillig mit uns das Wohnzimmer auf. Warum? Weil es ein Gemeinschaftsraum ist und wir uns alle wohl fühlen möchten. Und wir haben besprochen wie das klappen könnte und jetzt unsere Lösung gefunden. Gemeinsam. Meine Kinder wissen auch sehr gut, dass sie in einer Gemeinschaft von 6 Personen manchmal ihre Wünsche hinten anstellen müssen. Wenn Reiten ausfällt, weil Liv zum Arzt muss, erkläre ich das und gut. Dann nehmen sie aus Enttäuschung weder die Bude auseinander noch motzen sie ewig und drei Tage.
Stichwort Kindergarten: Seit eine Erzieherin Yara und Elea erklärt hat, dass nachmittags aufgeräumt werden muss, damit die Putzfrau überall sauber machen kann, räumen sie sehr gewissenhaft auf. Ein "weil ich es sage" hatte zuvor zu Verweigerung und Diskussionen geführt Augenzwinkern
Wenn ich mir ihre Kindergartengruppe so anschaue sind die "Problemkinder" auch oft die, die zuhause Druck gewohnt sind. In der Kita ist es dann bei 23 Kindern nicht möglich, dass eine Erzieherin ständig hinter her ist und das gewohnte "Johann, wenn du jetzt nicht aufräumst, dann..." vom Stapel lässt. Und dann räumt Johann nicht auf, weil er es ja nur mit Druck kennt.

Für meine Kinder heißt "unerzogen", dass sie selbst bestimmen, was sie wann essen. Ich koche nur 1x am Tag und nicht 100 Extras, aber wer statt Nudelauflauf lieber Joghurt will, isst halt den. Es bedeutet, dass ich sie erst ins Bett bringen, wenn sie müde sind und nicht zu einer bestimmten Zeit, weil ich dann meine Ruhe will. Und sie dürfen in unserem Bett schlafen, wenn sie wollen. Es bedeutet, dass in ihren Zimmern Chaos herrschen darf und wir Gemeinschaftsräume gemeinschaftlich aufräumen. Es bedeutet, dass sie fernsehen schauen dürfen wann sie wollen, ich schaue lediglich, dass es nicht zu brutal oder Ähnliches für sie ist. Es bedeutet, dass ich ihre Wünsche anhöre, Verständnis zeige und wenn ihren Wünschen nicht entsprochen werden kann (was häufiger vorkommt) Verständnis aufbringe für ihre negativen Emotionen, für Wut und Enttäuschung und es nicht als Trotz abtue. Und es bedeutet auch, dass ich mein eigenes Handeln massiv hinterfrage. Verbiete/Fordere ich "xy" jetzt weil es wirklich notwendig ist oder nur weil es bequemer für mich ist? Oder gar nur weil "man das halt so macht?"

Ein paar kleine Beispiele aus unserem Alltag:
Es gibt Nudelsuppe und statt die Suppe zu löffeln will Yara lieber alle Bestandteile zuerst mit einer Gabel aufpieksen.
Gleiches Essen, anderes Kind. Elea verkündet, dass sie am Po-Muskel-Affen-Fieber erkrankt ist und jetzt nicht mehr sitzen kann, weil es soooo weh tut. Darum holt sie den Küchenhocker und will im Stehen essen.
Heute früh wollte mein Mann mit den Zwillinge Brötchen holen gehen. Weit kam er nicht, weil die Zwei die Gartenmauer des Nachbarn entlangbalancieren wollten.
Amilia macht ihre Hausaufgaben grundsätzlich nicht am Schreibtisch, sondern auf dem Boden liegend, im Hängesessel oder sonst irgendwie verdreht.
Alles Punkte, die ich u.a. nicht reguliere. Kleinigkeiten für mich, wichtig für meine Kinder.

Das Sachen gemacht werden "müssen" lernen Kinder doch ständig und überall. Spätestens Schule ist doch ein einziges müssen. Hingegen lernen die wenigsten Kinder in ihren Elternhäusern Diskussionskultur, Entscheidungsfindung, das vertreten eigener Wünsche und Interessen und auch das Zurücknehmen der eigenen Person zu Gunsten Dritter. Und in der Schule wird es erst recht nicht gelehrt.
Ja, meine Kinder sind manchmal unbequem. Man kann sie nicht von oben herab behandelt, nicht mit "wenn du nicht, dann passiert ..." erpressen, sie Erwarten respektvoll behandelt zu werden. Das ist vielen Menschen (auch Erzieherinnen) sicher zu unbequem. Aber unsere Kita und auch die Grundschule macht das. Von daher gibt es keine Probleme und meine Kinder erledigen auch aus ihrer Sicht doofe Aufgaben Augenzwinkern Meine Kinder sind Freidenker, manchmal Quergeister (besonders die Große!), aber das ist ok. Bin ich auch schon immer gewesen. großes Grinsen

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Amilia (*20.06.2010), Elea & Yara (*09.11.2012), Liv (*09.05.2014)

seit dem 08.07.2016 Pflegeeltern vom Krümelkind (*17.04.2016)!


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28.02.2016 13:20 Pixie ist offline Beiträge von Pixie suchen Nehmen Sie Pixie in Ihre Freundesliste auf
Nelly Nelly ist weiblich
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Pixie, das klingt wunderbar!

Ja, ich bin wachsend, auf manches habe ich auch keine Antwort oder sehe den Weg noch nicht eindeutig vor mir.
Gerade mit dem Essen sage ich ganz offen: wenn man regulieren will, kauft man einfach nur das ein, zu was die Kinder täglich und unbegrenzt Zugriff haben dürfen!
Manche Erwachsene regulieren Fernseh/Tablet-Konsum bei den Kindern und haben selber ständig das eigene Handy in der Hand.
Wir sprechen ganz offen darüber. Ich sage meine Meinung, wieso ich das Geglotze nicht so doll finde, manchmal bitte ich darum, auszumachen, manchmal gibt es eine Regel wie zB: Glotze ist aus, wenn wir essen.
Beim Essen läuft es bei uns wie bei Pixie: Es gibt ein Angebot und Alternativen. Was aber auch für mich heißt: ich muss nicht das Gleiche essen wie die Kinder.

Meine Verantwortung ist der Rahmen, den ich stecke. Genau. Also gehe ich möglichst allein einkaufen und kauf nur das, was ich für essbar erachte. Und frei nach dem Motto "Iss nur das, was auch schon deine Urgroßmutter kannte" (den Satz liebe ich!) - nicht immer und mit Ausnahmen, aber grundsätzlich.
Beispiel aus unserem Alltag: Kinder mögen keine Schnitte zum Abendbrot. Aber: "Ruppsbrot" und "Ruppskäse". Ich lege einen laib Brot in die Mitte und ein großes Stück Käse iund jeder darf sich abruppsen, was er mag. Wie im Mittelalter. Funktioniert super.

Karl sagt ganz oft "Müssen tu ich gar nichts." Er hat Recht. Müssen tut man so wenig! Es gibt lediglich für sein Tun Konsequenzen (faul in der Schule, später nicht der Beruf, den man haben mag usw.) Darüber sprechen wir, wenn das Thema aufkommt.
Beide Kinder sind sehr autark und lassen sich nicht unterbuttern. Sie würden vor keinem kuschen aus Respekt und Angst.

Das Thema Zubettgehzeit hatten wir letzte Woche auch und ich komme noch auf keinen grünen Zweig...
Ich habe es halbwegs so laufen lassen. Habe sie mehrfach daran erinnert, dass es gut wäre, wenn sie jetzt ins Bett gehen, da sie am Folgetag nicht selbstbestimmt aufstehen können, sondern wg meinem Unterricht kurz vor sechs rausmüssen.
Folge war natürlich, dass ich sie kaum munter bekommen habe. Sie können also abends nicht einschätzen, was am Folgemorgen los ist bzw. setzen sie das Wissen am Abend zu vor nicht um.
Ich bin mir unsicher, was zu tun ist. Die einzige Variante wäre, sie quasi "zusammenzuschnauzen" und laut zu werden, damit sie frustvoll und mit mir verkracht meiner Anweisung folgen. Das will und kann ich nicht.
Was würdest du tun, Pixie?

Anderes Thema ist die Essenszeit. Folge vom spät ins Bett gehen ist, dass sie um 21 Uhr nochmal ankommen und essen wollen. Hunger kann ich ihnen nicht verbieten.
Dadurch habe ich aber doppelte Arbeit, da sie den Tisch und Teile der Küche wieder einsauen.
Wie macht ihr das, Pixie, wenn die Kinder zu deiner Essenszeit keinen Hunger haben, sondern deutlich später?

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28.02.2016 16:34 Nelly ist offline Email an Nelly senden Beiträge von Nelly suchen Nehmen Sie Nelly in Ihre Freundesliste auf
Pixie Pixie ist weiblich
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Das Schlafengehen ist hier auch immer wieder Thema.
Ich denke bei euch Nelly ist wie bei uns das Hauptproblem, dass der innere biologische Schlafrhythmus nicht zu den durch die Arbeit erzwungenen Aufstehzeiten passt. Noch vor 6 ist wirklich früh, kenne ich auch noch aus meiner Arbeitszeit und bin froh, dass wir noch bis Sommer länger liegen bleiben können. Trotzdem ist bei Yara und Elea das Einschlafen auch schwierig. Aktuell ist es so, dass sie irgendwann Müdigkeitanzeichen zeigen, viel gähnen, die Augen reiben, usw. Da wir noch stillen, ist das quasi meine Geheimwaffe. Ich schlage dann vor, dass wir zum Stillen, Buch anschauen und kuscheln ins Schlafzimmer gehen und das nehmen sie eigentlich auch immer an und schlafen dann auch schnell ein. Ich sehe aber ein, dass Stillen bei deinen Jungs als Option weg fälllt smile Amilia geht zum Glück gegen 22 Uhr alleine und schläft dann bis etwa 7. Die 9 Stunden reichen ihr, wobei sie am Wochenende auch gerne mal 2-3 Stunden länger schläft.
Vielleicht kannst du Karl und Albert erklären, dass es für dich total doof ist sie morgens übellaunig und unausgeschlafen aus dem Bett zu jagen. Kostet dich ja Kraft und Nerven. Wie viel Stunden am Stück schlafen sie denn, wenn sie am Wochenende selbst bestimmen können? Vielleicht kannst du zumindest bei Karl über die Vernunftschiene kommen? Zusammen recherchieren wie wichtig Schlaf für den Körper ist, was bei Schlafmangel passiert, usw.
Wie langen dürfen die Zwei jetzt schon selbst bestimmt ins Bett gehen? Einpendeln braucht sicher seine Zeit. Amilia hat 4-5 Wochen gebraucht bis sie ihre Zeiten gefunden hat.
Ich würde deinen Beiden klar sagen, dass du dir Sorgen machst, wenn sie zu wenig schlafen. Und als Extremlösung, wenn du dauerhaft morgendliche Übermüdung, Konzentrationsprobleme und Leistungsabfall in der Schule bemerken würdest, würde ich sie auch ins Bett zwingen. Aber halt nur, wenn es wirklich zu einem Problem wird.
Insgesamt glaube ich, dass man Zeit brauch zu lernen gegen die innere Uhr zu schlafen. Mein Körper sagt mir auch, dass ich von 2-10 Uhr schlafen sollte. Leider korreliert das nicht wirklich mit meinen zeitlichen Verpflichtungen. Zunge raus

Abendliches essen ist bei uns so, dass wir abends warm kochen und die Kinder bis auf wenige Ausnahmen eigentlich immer irgendwas essen. Große Hungerattacken kommen vor dem Einschlafen dann meist nicht mehr, sondern es beschränkt sich in 3 von 4 Fällen auf Obst, Müsli, Brot, Joghurt oder etwas Süßes. Macht alles nicht so viel Dreck. Geschirr kommt in die Spülmaschine und Krümel, Schmiere bleibt bis zum Frühstück liegen rotes Gesicht
Kochen tue ich um die Zeit dann kein zweites Mal. Höchstens Reste vom Abendessen noch Mal warm machen oder ein Ei kochen, aber nichts mehr groß schnippeln. Da hab ich keine Lust zu und sag das auch so. Wenn sie älter sind dürfen sie dann gerne selber kochen und aufräumen großes Grinsen

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Amilia (*20.06.2010), Elea & Yara (*09.11.2012), Liv (*09.05.2014)

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28.02.2016 22:03 Pixie ist offline Beiträge von Pixie suchen Nehmen Sie Pixie in Ihre Freundesliste auf
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Nelly, ich glaub übrigens, dass unsere Kinder sich blendend verstehen würden großes Grinsen

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28.02.2016 22:04 Pixie ist offline Beiträge von Pixie suchen Nehmen Sie Pixie in Ihre Freundesliste auf
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Eure Ansätze finde ich wirklich hoch spannend.

Ich habe diese Woche gerade beim Thema essen mal versucht, Maya da sehr frei zu lassen. Sie ist momentan sehr stolz alleine Nudeln kochen zu können und sie hantiert auch sehr gewissenhaft mit dem heißen Wasser. Die Folge davon ist, dass sie mein Essen nicht mag und sich (und oft auch für Nils) einfach Nudeln kocht. Mein altes Erziehungs-Ich hätte wohl los gepoltert, mein Wunsch-Mama-Ich hat sie machen lassen und es war bedeutend entspannter.

Pixie, deine Ansätze was das Aufräumen angeht finde ich gut. Das einzige, was für mich noch nicht praktikabel ist: alle zwei Wochen kommt unsere Putzhilfe. Zu dem Zeitpunkt müssen die Kizis aufgeräumt sein, sonst kann dort nicht geputzt werden. Wir versuchen den Abend vorher immer gemeinsam aufzuräumen. Das klappt aber nur leidlich und führt eigentlich immer zum Streit.

Thema Schlafen gehen: Da gibt es bei uns definitiv eine feste Zeit. Wenn ich die Kinder ins Bett gehen lassen würde wann sie wollen, wäre 1. unser Morgen eine Vollkatastrophe und 2. ich hab irgendwann ein großes Bedürfnis nach Ruhe (die ja trotzdem noch gefüllt ist mit Hausarbeit).

Unser größtes Problem-Thema ist seit langem unser Morgen wenn wir alle aus dem Haus müssen. Maya bringt uns mit ihrer Bummelei zum Wahnsinn. Eine wirkliche Lösung haben wir noch nicht gefunden. Ermahnen bringt nichts, sie machen lassen auch nicht, lustige Dinge wie den "Turbo-Knopf" drücken, damit es schneller geht, hilft nur selten.... Alex und ich kommen seit Monaten zu spät zur Arbeit, nur um mal die Dimension darzustellen. Es gibt fast jeden Morgen Ärger. Eine wirklich belastende Situation. Habt ihr vielleicht Vorschläge, die wir noch nicht probiert haben?

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Bienchen, mir gehts mit der Arbeit genauso.
Der Schlafmangel oder eher, der andere Biorhythmus, hakt dann donnerstags so aus, dass ich erst nach dem Stundenklingeln das Schultor passiere. Das ist hochpeinlich, aber der Bummelei der Kinder früh geschuldet. Und wenn ich das merke, werde ich früh leider auch ziemlich sauer.
Ich werde schon allein aus dem Grund die Schule, für die wir so zeitig aufstehen müssen, minimieren und zusehen, woanders mehr Stunden zu unterrichten.
Derzeit unterrichte ich drei Tage voll, Mo/DI und DO.
Dafür können sie bei mir MI und FR bis mindestens 7.15 Uhr schlafen, zumindest der Große, den Kleinen wecke ich dann 8 Uhr und wir schaffen es kaum bis 9 Uhr in den Kiga.
Auch das pünktliche Erscheinen bei Terminen ist so ein Ding...

Ja, manches muss ich hier auf den Familientisch legen.
Bei meinen kommt erschwerend dazu, dass sie ja zwischen Papa und mir wechseln (individuell und nicht regelmäßig konstante Tage). Und Papa ist mittlerweile sehr autoritär, es gibt ganz viel müssen und sollen und Kontrolle.

Bienchen, hast du Maya selber mal nach einem Vorschlag gefragt? Manchmal haben meine Jungs einen tollen Blick auf die Sachlage, die ich mit meinem verbohrten Erwachsenendasein nicht merke....
Und wie läuft das dann abends ab? Gehen sie freiwillig ins Bett?

Zum Aufräumen hat bei uns sich etwas bewährt: ich benenne drei Dinge, die aufgeräumt werden müssen (nämlich die, von denen am meisten Zeug rumliegt) und jeder darf sich eins aussuchen, auf was er sich stürzt. Ich übernehme das dritte. Manchmal gibts als Alternative auch eins aus meinem Bereich wie zB Tisch decken oder so. So kommt es manchmal, dass einer das Essen vorbereitet und ich viel schneller im Zusammenräumen von dem Kinderkram bin.)

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Hallo,

also ich bin mit meiner Meinung eher bei Vera.

Muss aber auch sagen, das es trotz (wie soll ich es nennen) Grenzen meistens sehr harmonisch hier verläuft.
Ich würde mich nicht als autoritär bezeichnen, auch nicht unbedingt als streng, aber um so ein harmonisches Leben zu haben, müssen einfach einige Dinge eingehalten werden, sonst geht das nicht.

Größtes Problem hier ist, das Rayan, sobald er fremdbetreut wurde, und ich dann wieder da bin, seine halbe Stunde hat, wo er komplett durchdreht. Oft auch nach der OGS.


Bett gehen: War im Babyalter extremes Problem und hat sich mit etwa 1,5 Jahren zu einem entspannten Miteinander gewendet. Rayan darf abends immer TV sehen, früher war es Sandmann und die Serie danach, heute Woozle Goozle. Und er weiß von ganz allein, das er danach Zähne zu putzen hat und dann ins Bett verschwindet.
Wenn ich beschäftigt bin, versucht er zwar immer noch die Folgeserie zu schauen, aber wenn ich dann nach ihm schaue, macht er freiwillig aus und macht sich fertig.
Ins Bett gehen, heißt ja nicht schlafen. Rayan hört immer noch eine CD und während dessen schläft er ein. Für mich ein Zeichen, das er müde ist. Wenn es mehrere Tage hintereinander vorkommen würde, das er weitere CDs hören möchte oder meint, er könne nicht einschlafen, würde ich die zu Bett geh Zeit vermutlich um 30 min nach hinten verlegen.
Freitags und Samstags darf er länger aufbleiben. Aber gegen 20:45 sagt er meist das er müde ist und ins Bett möchte. Ich wüßte nicht, warum er bis 23 Uhr aufbleiben sollte.
Klar, Rayan ist auch am Wochenende gegen 7 Uhr wach, aber das finde ich nicht so schlimm. Dann darf er in mein Bett und wir kuscheln und lesen noch eine Stunde.
Leider kann ich nicht sagen, warum das bei uns so super klappt. Ich hab ihn einfach von Anfang an daran gewöhnt.
Früher habe ich noch Gute-Nacht-Geschichte gelesen. Heutzutage machen wir das morgens.

Wir stehen sehr früh auf (haben 1,5 Stunden Zeit, bevor wir los müssen). Zeitdruck war für uns nicht gut und hat uns gestresst. Jetzt haben wir genügend Zeit, um zu frühstücken, noch wichtige Dinge zu besprechen, uns fertig zu machen ( gerade versuche ich ihn daran zu gewöhnen seine Brotdose einzupacken, ohne das ich ihn ständig daran erinnern muss) und meist haben wir dann noch 30 min zum Lesen. Ist er aus irgendwelchen Gründen später fertig, weil er lieber noch spielt oder sich absichtlich falsch herum anzieht oder so, dann geht das von der Lesezeit ab... aber ich bin halt noch nicht in dem Zeitdruck, das ich fast explodieren müsste, weil ich zur Arbeit muss.

So ist es auch bei anderen Termin, ich sage ihm schon rechtzeitig Bescheid, bevor wir losmüssen. Ich bin aber auch von Natur aus Überpünktlich.

Selbst bestimmen? Hm fällt mir gerade gar nichts ein, was er selbst bestimmt. Es gibt meist entweder/oder.
Sollen wir heute einkaufen gehen oder morgen? Natürlich möchte er lieber morgen einkaufen. Und natürlich gibt es dann am nächsten Tag Gemecker. Aber ich sag ihm dann, he du hast das entschieden und wären wir gestern gegangen, hätten wir es heute nicht machen müssen. Das geht dann. Aber noch hat er nicht gelernt, das man die unangenehmen Dinge lieber sofort erledigt, statt sie aufzuschieben.


Thema Aufräumen: Da muss ich sagen verwöhne ich ganz schön. Er räumt zwar eigentlich ganz ok auf (also was benutzt wurde, wird wieder weg gepackt, bevor was neues rausgeholt wird). Aber im Großen und Ganzen putze ich sein Zimmer.
Wir machen z.B. zusammen den Hausflur. Mit der Erklärung, wenn er mir hilft, ich im Anschluss auch Zeit für ihn habe.

Essen: Hier wird gemeinsam gefrühstückt (da darf er aussuchen zwischen Müsli, Porridge, Grießbrei, Naturjoghurt mit Obst und Haferflocken oder wenn Nudelreste da sind: in Butter gebratene Nudeln mit Zimt, Quark mit Obst, Dinkelpfannkuchen mit Ahornsirup...und ja ich koche das morgens),
Abendessen ist schon schwieriger. Meistens gibt es Brot, ich sehe nicht ein, Wunschkost zu kochen, wenn er sein Brot in der Schule nicht aufisst und immer ne neue Ausrede findet (erst war es zu viel, dann weicht es durch, ...). Wenn ich Appetit auf was warmes habe, koche ich das. Er kann mitessen oder Brot wählen.
Süßigkeiten: gibt's hier nachmittags meist Kekse. Und meist dann noch ne Kleinigkeit nach dem Abendessen. Steht hier aber alles offen rum. Trotzdem fragt er, bevor er was nimmt. Am Wochenende, wenn wir zu Hause sind, gibt es meist nach jeder Mahlzeit was. Das ist für mich ok. Aber er weiß auch, das ich bei schlechtem Essverhalten (Komplettverweigerung) sanktioniere. Er kennt sich durch meinen Job sehr gut mit Ernährung aus und weiß, das ich da keinen Spaß verstehe. Wer gescheit isst, darf auch Süßigkeiten.
Und gerade gemeinsam am Tisch zu sitzen und zu essen ist in unserer Kultur verloren gegangen...das ständige zwischendurch essen fördert Übergewicht.
Nellys Beispiel mit dem Brot und Käse auf dem Tisch find ich gut.


Ich habe eine Bekannte, die ihr Kind auch antiautoritär erzieht. Es war schönes Wetter, der 3jährige spielte Playmobil.
Sie fragte dann ihren Sohn, ob er raus möchte oder weiter spielen möchte. Natürlich wollte er weiter spielen. Und sie wollte ihn nicht zwingen.
Aber so ein kleines Kind weiß doch noch gar nicht was gut für ihn ist, bzw. das gerade jetzt die Sonne scheint und man die zeit deshalb nutzen sollte.
Ich hätte ihm gesagt, so jetzt spielen wir noch ein paar Minuten zu ende und dann ziehen wir uns an, du kannst ja auch etwas Playmo mitnehmen und in der Sandkiste weiter spielen oder sowas.

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.....: Herzrasen kann man nicht mähen...

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Achso, er darf entscheiden, ob er TV schauen möchte oder Wii spielen oder Tablet(es gibt tgl. nur eins , Ausnahme Wochenende)

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Zur Mediennutzung fällt mir noch ein, dass wir z.B. gar keinen Fernseher haben. Wenn wird hier über den Laptop (bei Kinoabenden mit Beamer) geschaut. So 1x im Monat vielleicht einen Film, die drei Kleinen noch nie, mein Mann und ich höchstens mal Nachrichten oder Kabarett, wenn die Kinder schlafen. Ein Tablet gibt es auch, aber das nimmt Amilia nur zum recherchieren oder lesen. Allerdings (und das schrieb Nelly glaub ich schon) sehen uns die Kinder ja auch nicht ständig an Smartphone und Co. kleben. Und zumindest bei Kleinkindern wird das Interesse an solchem Zeug massiv durch die Eltern geweckt (oder ältere Geschwister).

Nelly, die Idee mit den drei Sachen nennen und jeder erledigt was find ich gut und werde ich auch mal vorschlagen. Meine decken nämlich auch lieber den Tisch als aufzuräumen großes Grinsen
Wir haben außerdem noch zwei Aufräumsäcke. Da wird einfach alles rauf geworfen (bzw. direkt auf dem ausgebreiteten Sack gespielt), verschnürt und außer Sicht geschafft. Hat sich bei uns für Duplo, Kaplasteine oder auch Schleichtiere bewährt. Na ja eigentlich für alles. smile

Bienchen, wie ist euer Morgen denn organisiert?
Uns hilft eine Art "To-Do-Liste". Angefangen hat es damit, dass ich im Bad eine Liste mit typischen Bad-Aktivitäten wie Zähneputzen, Händewaschen, Baden und die passende Gebärde aus GuK dazu. Als Erinnerungsstütze für mich. Am Kühlschrank hängen auch die Gebärden für trinken, Joghurt oder essen großes Grinsen Auf jeden Fall hab ich gemerkt, dass Yara und Elea sich gut an dieser Liste orientiert haben und jetzt hab ich ihre Morgenroutine mit Bild, Wort und Gebärde ausgedruckt, laminiert und im Bad und im Kinderzimmer aufgehängt. Weiß nicht, ob klar ist was ich meine, sonst kann ich die Tage mal ein Foto machen.
Das morgendliche abarbeiten der Liste klappt ganz gut. Es gibt ihnen Struktur und gleichzeitig ist es immer ein kleiner Wettkampf wer schneller ist. Das ist wohl der Zwillings-Bonusfaktor smile

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Amilia (*20.06.2010), Elea & Yara (*09.11.2012), Liv (*09.05.2014)

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29.02.2016 23:43 Pixie ist offline Beiträge von Pixie suchen Nehmen Sie Pixie in Ihre Freundesliste auf
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Ich hab jetzt nicht alles gelesen, dennoch stelle ich mir die Frage, wie
Kinder Grenzen bzw. Regeln lernen, wenn sie "unerzogen" bleiben.
Auch das Leben ist kein Trallafitti, so dass auch wir Erwachsenen nicht immer so
können wie wir gerne wollen!?
Auch ich würde Abends ohne Umschweife bis in die Puppen aufbleiben, aber dann komme
ich morgens nicht raus.
Auch Elternzeit würde hier auf der Strecke bleiben wenn das Lottchen hier ewig
aufbleiben könnte.
MIr ist das gerade schleierhaft, wie das funktionieren soll

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Jesse, wenn es dich wirklich interessiert, lies dich ein. Ich kann da mit Literaturtipps behilflich sein und Nelly sicher auch.
Eventuell hilft es aber schon wenn du Nellys und meine Beiträge komplett liest. Augenzwinkern

Erneut: Es geht NICHT darum keine Grenzen und Regeln zu haben.
Es geht um respektvollen Umgang, Gleichwertigkeit der Bedürfnisse und friedliche, lösungsorientierte Konfliktlösung. Ohne "Wenn du jetzt (nicht) ..., dann ..." und ähnliche Drohungen bzw. Bestechungen. Es geht drum empathisch zu sein und Verständnis für die Gefühl des Gegenübers zu haben. Auch der Kinder. Und es nicht einfach als nerviges trotzen oder bocken abzutun!
Auch wir haben in unserer Familie Rituale und Routinen. Gemeinsamen Mahlzeiten, gemeinschaftliches Aufräumen des Wohnbereichs am Abend, Morgenroutinen mit Anziehen, Zähne putzen, usw., Einschlafrituale, Termine die die Woche strukturieren. Dazu natürlich noch Schule und Kindergarten.
Und wir haben Familienregeln, die für alle gelten. Das sind Basics, die entweder das Überleben/die Gesundheit der Kinder absichern oder die Gesundheit und das Eigentum Anderer. Wir gehen nämlich auch gegen den Willen der Kinder zum Zahnarzt und natürlich ist es nicht erlaubt den neuen Wagen des Nachbarn zu zerkratzen. Auch wenn sich nach meiner Meinung meiner Töchter eine Sonne ganz hervorragend auf dem gelben Lack machen würde. smile
Es bedeutet für mich, dass ich meine Handlungen immer wieder überdenke und kritisiere. Und dabei auch Kritik meiner Kinder ernst nehme.

Meine Kinder kooperieren in vielen Dingen freiwillig und ganz ohne Druck, Vorwürfe, Erpressung oder Befehle. Und wenn nicht haben sie wohl einen guten Grund dazu. Ich mache ja auch eigentlich fast alles, wenn die Kinder mich bitten. Nur manchmal nicht und dann habe ich immer einen (aus meiner Sicht!) guten Grund dazu. Das Selbe gestehe ich meinen Kindern auch zu.

Um mal Jules Beispiel mit dem Jungen aufzugreifen, der lieber Playmobil spielen möchte: ich finde es entwicklungspsychologisch ziemlich "unschlau" ein Kind aus einem Flow zu reißen, wenn es gerade spielt.
Wird ja nicht der einzige schöne Tag des Jahres sein und beim Regen (yeah Matsche!) ist die Sandkiste sowieso 100x spannender. Zumindest bei allen Kindern, die ich so kenne. Wir haben auch immer weder Phasen in denen super konzentriert immer wieder eine Sache gespielt wird. Entweder lernen sie dann etwas Neues oder haben irgendwelche Erfahrungen zu verarbeiten. Das unterbreche ich nicht, sondern beobachte höchstens ganz neidisch und fasziniert. Dieses völlige Versinken in einer Tätigkeit... das hätte ich auch gerne. :-)

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01.03.2016 14:05 Pixie ist offline Beiträge von Pixie suchen Nehmen Sie Pixie in Ihre Freundesliste auf
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Oh, soviel neuer Text!
Ich finde das total spannend, es ist ja auch ein für mich in der Form und Konsequenz ein neues Thema.

Heute habe ich bewusst das Abendessen um einiges nach hintenverlagert. Bisher habe ich mich unter Stress gesetzt, dass halb sieben Essen auf dem Tisch steht. Heute war es 19.15 Uhr.
Ich habe beide gebeten, dass sie vor einem gemeinsamen Spiel umgezogen sind und Albert auch gewaschen (er hatte heut Nachmittag die Wahl bekommen, ob vor oder nach dem Abendbrot).
Beide kamen der Bitte nach, allerdings auch nicht sofort, aber es gab gar keine Diskussion. Es war eine Bitte, mehr nicht. Ablehnung wäre auch drin gewesen großes Grinsen
wir spielten noch gemeinsam Patience legen und Albert sagte von allein, dass er jetzt aufhören möchte, da er müde ist. Heute gingen sie schon 20.45 Uhr ins Bett, allerdings zog es sich noch ein wenig hin, da sie unbedingt noch was lesen wollten. Deutlich eher als die letzten Tage und trotzdem selbstbestimmt.

Unerzogen heißt nicht antiautoritär.
Ich mag den Begriff nicht und bin selber auf dem Weg.
Bei mir bedeutet es vor allem eine Beziehung auf Augenhöhe. Ich nehme die Bedürfnisse der Kinder ernst. Ich bin im letzten dreiviertel Jahr enorm durch die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg gereift. Hier heißt es immer "Verbindung statt Trennung". Kommt ein Wunsch von einem Kind, brettere ich nicht sofort ab oder es gibt nicht sofort ein Nein, sondern ich verbinde mich mit dem Bedürfnis, das dahintersteht. Ich übe mich darin, zu verstehen, was das Kind in dem Augenblick braucht. Hinter verschiedenen Strategien steht immer ein Bedürfnis, was befriedigt werden möchte, damit es dem Kind gut geht. Bei uns im übrigen auch Augenzwinkern

Powerjule, ich habe beobachtet, dass es bei Alleinerziehenden mit einem Kind oft ziemlich harmonisch läuft, manchmal auch symbiotisch. Man spielt sich ganz anders aufeinander ein, als wenn mehr Leute in einem Haushalt zusammen wohnen.

Und weil ich es gerade lese: es geht nicht darum (mir nicht), andauernd Situationen bestimmen zu lassen. Das habe ich auch mal durch, aber das ist es nicht.
Es geht um die Bestimmung über sich selbst, vor allem, was den Körper betrifft.
Ich kaufe allerdings so ein, dass die Kinder sich frei bedienen können (abgesehen vom Alkohol, aber das ist gar kein Thema für sie, kein Reiz) und ich da hier kein Auge darauf haben muss oder gar konditionieren. Oder anders: das Regal mit den süßen Sachen ist voll. Aber es hat keinen Reiz für sie, es ist nämlich nicht verboten. Ich kenne auch Kinder, für die ich fremd war und die mir in der Handtasche wühlten, weil es zuhause nix süßes gab, ich aber damals fast immer was für den Notfall einstecken hatte. Das fand ich erschreckend.

Ich wünsche mir zB, dass meine Kinder selber erkennen, wann sie müde sind. Nicht, dass sie ins Bett müssen, weil es von mir so bestimmt wird. Dass sie essen, wenn sie Hunger haben, weil sie das für sich selbst regulieren. Sicher haben wir Mahlzeiten und sitzen dann meistens gemeinsam am Tisch, aber ich zwinge niemanden dazu, "nur nen kleinen Happen" zu essen. Ich wünsche mir die Gemeinschaft, aber es ist eine Bitte und keine Ansage. Wir fuchsen uns gerade in das Thema rein...
Ebenso läuft es, wenn die Kinder krank sind. So lange es geht, bestimmen sie es selbst, was sie an Medizin nehmen. Karl macht das quasi schon immer so, wir haben bei ihm jahrelang kein Fieber gemessen. Friert er, steigt es, schwitzt er, geht es runter. Ist er noch in der Lage, ein Fieberzäpfchen zu verweigern, ist es nicht so schlimm. Ich muss niemandem verbieten, an den Medizinschrank zu gehen, weil sich dort aus Eigenverantwortung keiner daran vergreift.

Im übrigen, das fiel mir heute auch auf, fragen beide mich in verschiedenen Situationen, ob sie dies oder das dürfen. Mich wundert das manchmal denn es steht offen rum und verboten habe ich gerade essen noch nie.
Und was mir grundsätzlich auffällt: beide sind sehr kompromissfähig. Im Dialog zueinander schlagen sie viel vor, auch mir. Habe ich eine Bitte und sie wollen ihr nicht sofort nachkommen, komtm dafür immer ein Kompromissvorschlag, was ich wirklich stark finde.
Besonders Karl hat den Ruf, sehr großzügig und ein sehr sozialer Charakter zu sein wie wenige in seinem Umfeld.

Jesse, welche Regeln sollte das Kind lernen, welche Grenzen?

Meine Kinder lernen sehr gut Regeln. Kinder lernen nämlich lange am Modell, nämlich an den eigenen Eltern. Sie schauen sich viel mehr ab, als man sich manchmal denken kann. Dadurch, dass wir auch dauernd im Dialog sind, kennen sie auch meine Ansichten zu diversen Themen des Lebens.
Sie kennen ihre eigenen Grenzen gut und das finde ich wichtig. Sie lernen, die der anderen zu respektieren. Allerdings ermutige ich auch dazu, dass für alles "der Mund aufgemacht" werden muss und wem was nicht gefällt im Verhalten meiner Kinder, möge es ihnen bitte direkt, freundlich und verständlich sagen und dementsprechend eine lösungsorientierte Bitte äußern. Dieses "das tut man nicht, das macht man nicht und guck mal, was nur die Leute sagen" ist soviel Pauschalität.
Sie wissen zB um unsere "Regel", dass derjenige, der von draußen reinkommt, sich auch die Hände bitte sofort wäscht. Es ist aber nicht so "weil man es eben so macht" oder weil ich es so will, sondern weil meine Begründung für das Tun ihnen einleuchtend ist.

Bei dem Playmobilbeispiel gehe ich auch mit, bzw finde ich den Vorschlag schön, draußen weiterzuspielen.
Allerdings muss ich sagen, dass wir früher gerade mit Karl lange immer jeden Vormittag und Nachmittag rausmussten, da er sonst irgendwann grillig wurde. Ich kann also aktuell nur etwas von unserem Dreiergespann hier zuhause berichten mit 8,5 und 5,5 Jahren.
Ich finde es wunderbar entspannt, sehr fröhlich.
Mir fiel letztens auf, dass meine Kinder die letzten Jahre nie geweint haben, weil ich mit ihnen geschimpft habe (und wie sehr konnte ich mich an meine Kindheit erinnern, wie oft ich da verletzt und wütend und machtlos dastand, die Tränen liefen und meine Mutter weiter wetterte...) Das kennen beide gar nicht.

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01.03.2016 23:28 Nelly ist offline Email an Nelly senden Beiträge von Nelly suchen Nehmen Sie Nelly in Ihre Freundesliste auf
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Hier gerne ein paar Links, die mir so über den Weg liefen:

Kinder und Grenzen

Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern

Das Missverständnis in Unerzogen

10 Fähigkeiten von Eltern

10 Tipps zur Beziehung zu Kindern

Von der Erziehung zur Beziehung

Selbstbestimmte Kinder...

Abends ins Bett...

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Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Nelly am 02.03.2016 00:39.

02.03.2016 00:38 Nelly ist offline Email an Nelly senden Beiträge von Nelly suchen Nehmen Sie Nelly in Ihre Freundesliste auf
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Oft fühle ich mich in meine Kinder hinein. ZB wenn das Lottchen mal wieder einen Wutausbruch wegen scheinbarer Nichtigkeiten bekommt. Ich kenne diese Wutausbrüche von mir selbst als Kind. Nur all zu gut kann ich das verstehen und lasse sie dann in Ruhe "auswüten" Gehe zu ihr versuche sie zu halten und ihr Verständnis entgegen zu bringen. Manchmal hilft meine Anweseheit, manchmal braucht sie Raum für sich um der Wut freien Lauf zu lassen.
Auf Augenhöhe erziehen wir hier in jedem Fall. Dennoch, was tut man mit einem Kind, was zB am Morgen das Anziehen und Waschen verweigert und die Uhr tickt, weil man ins Büro muss?
Bleibt man dann so lange entspannt und ruhig, bis Madam fertig ist um dann irgendwann gegen Mittag loszufahren. Wohl kaum umsetzbar. Denn meine Meinung nach muss man das auch lernen. Es gibt im Leben Dinge die möchte man tun und dann gibt es Dinge die müssen getan werden. Versteht ihr was ich meine?
Klar kann man als Eltern -überspitzt gesagt- für Furz und Feuerstein Verständnis aufbringen, aber bringt das "echte" Leben auch für Furz und Feuerstein Verständnis auf? Sicher nicht. Das ist der ANsatz den ich meine.

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Hm. Also, ich entscheide ja, wie ich mit meinem Kind umgehe und wie ich es fürs Leben stark machen möchte. Ich wünsche mir, dass mein Kind stark und selbstsicher in die Welt geht und auch sich und seine Bedürfnisse verteidigt und dafür einsteht, statt einzuknicken. Das habe ich nämlich gelernt und sitze nach vielen schmerzhaften Jahren in Therapie. Habe heute erst aufgezeigt bekommen, dass der Schlüssel zu meiner desaströsen viel zu lang währenden Ehe und, wieso ich es einfach mit mir habe machen lassen, in der Erziehung durch meine Eltern liegt. Das habe ich nie so gesehen.

Es gibt für alles einen Grund, was Kinder tun. Ich kenne das Drama am Morgen, wir hatten es erst heute früh. Ich hab dafür auch noch keine eindeutige Lösung. Keine gute und wirklich gewaltfreie, stressfreie.

Du kannst dich aber darauf verlassen, dass dein Kind lernt. Jeden Tag, jede Menge. Nur in dem Tempo, dass es selber festlegt und nicht ein Erwachsener. Wie viel Zeit ist fremdbestimmt, wieviele Dinge des Tagesablaufs werden von anderen statt vom Kind selber bestimmt... der Gedanke lässt mich immer sehr milde mit der Zeit verfahren, die meine Kinder dann nachmittags oder am Wochenende haben.
Ich versuche immer, in dem, was die Kinder tun, die gute Absicht zu sehen. Mir fällt das nicht immer leicht und ich bin genauso manchmal genervt, wenn etwas daneben geht und ich mir gewünscht hätte, dass sie mich eher um Hilfe gebeten hätten.
Bei der Gruppe, die ich bei Facebook oft besuche, steht folgender leitsatz zu Beginn:
"Nichts, was aus dir wird, kann mich enttäuschen;
ich habe keine vorgefasste Meinung, was du sein oder tun sollst.
Ich habe keinerlei Wunsch, dich vorherzusehen, nur den, dich zu entdecken. Du kannst mich nicht enttäuschen"
Mary Haskell

Das wünsche ich mir sehr.

Und ich glaube an das Gesetz der Anziehung - das, was ich ausstrahle, ziehe ich an. Insofern vertraue ich darauf, dass meine dann hoffentlich starken und autarken Jungs auch auf die richtigen Leute treffen.
Überspitzt ausgedrückt, will ich hier doch kein Bootcamp haben, um aufs böse Leben vorzubereiten. ;-)

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02.03.2016 12:57 Nelly ist offline Email an Nelly senden Beiträge von Nelly suchen Nehmen Sie Nelly in Ihre Freundesliste auf
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Ich finde es ein sehr interessantes Thema!

Bei uns leider nicht umsetzbar unglücklich

Bei Lion versuche ich vieles was auch gut funkioniert, da er sich eben auch auf Kompromisse einlassen kann. Oder auch von sich aus merkt, wenn ich mal genervt bin oder gestresst, traurig etc.
Zur Zeit arbeite ich selbst am obersten Limit und platze leider schnell.

Mit Felix ist sowas leiderso gut wie unmöglich, da ihm einfach Grundvorraussetzungen fehlen die dafür notwenidig sind. In allererster Linie kommt ersteinmal er, dass auch seine Mitmenschen Gefühle haben ist ihm fremd. Handlungsabläufe und zu erwartende Konsequenzen kann er leider nicht überblicken. Auch noch nicht mit fast 10...
Süßes ist dabei auch ein riesen Thema. Lion kann süßes unberührt liegen lassen. Oder fragt, wenn er etwas möchte. Natürlich kassiert er öfters mal ein nein. Felix ist das völlig egal, wenn da etwas süßes liegt, dann nimmt er es sich ungefragt. Mit Vorliebe auch süßes, was eigentlich Lion gehört. Die Konsequenz von Lion folgte mit der Antwort, dass er es lieber schnell aufisst, damit es nicht wegkommt, was ich total doof finde und hoffe wir kommen da wieder von weg. Derzeit haben wir auch jeder eine Box für die Woche und wenn alle dann alle. Erwischen wir Felix an Lions Box gibt es die darauffolgende Woche weniger. Genauso, wenn er an unsere Sachen geht.

In anderen Dingen hingegen kommt es sehr gleich mit "unerzogen". Autisten machen nur dann Dinge, wenn sie den Sinn hinter einer Sache verstehen. Bei Felix sehr deutlich zu sehen. Ein Du machst das jetzt weil ich es Dir sage führt zu einer kompletten Verweigerung...
Den richtigen Weg habe ich leider noch nicht gefunden. Ich hoffe, wenn ich nicht mehr so am Limit laufe, dass sich dann einiges ändern wird. Lion zeigt mir gerade wieder sehr deutlich, dass ihm unsere Mama-Lion Zeit fehlt und er sich wieder sehr hintenangestellt fühlt, was leider auch der Tatsache entspricht.

Aber ich lese fleißig bei euch weiter mit, da ich es allgemein den richtigen Weg finde. Dieses weil das so ist, ist wirklich der blödeste Satz den es gibt...

__________________

Liebe Grüße von Michaela mit Felix, Lion und 3 engel im herz




Meine Glückskurve von Lion




Ein Engel
Ein Engel ist jemand, den Gott Dir ins Leben schickt, unerwartet und unverdient,
damit er Dir, wenn es ganz dunkel ist, ein paar Sterne anzündet!!

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03.03.2016 01:06 Michaela ist offline Email an Michaela senden Homepage von Michaela Beiträge von Michaela suchen Nehmen Sie Michaela in Ihre Freundesliste auf Füge Michaela in deine Contact-Liste ein
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